Alle Artikel in: Kommentar & Glosse

Mit 4,4 Mio. Übernachtungen hat sich Dresden als beliebtestes Städtereiseziel 2014 außerhalb Berlins behauptet. Foto: Sylvio Dittrich, DMG

Pegida: Warum in Dresden?

Politologe: Weit verbreitete Transformations-Angst fand in Dresden besonders fruchtbaren Boden Dresden, 21. Mai 2015. Die Frage schwappt immer wieder hoch, erst dieser Tage wieder wurde sie mir durch eine koreanische Journalistin, die auf Einladung des Goethe-Instituts in Dresden zu Gast war, gestellt – und sie ist zweifellos berechtigt: Wie konnte die asylkritische bis fremdenfeindliche Pegida-Bewegung in Dresden so stark werden, während ähnliche Demos in anderen Städten von Anfang an Rohrkrepierer blieben? Warum ausgerechnet in einer Stadt, die für ostdeutsche Verhältnisse ökonomisch recht gut dasteht – nicht zuletzt durch ausländische Investoren und Arbeiter? Und die sich so gern mit ihren architektonischen und kulturellen Traditionen schmückt, die sich fast alle aus internationalen Einflüssen speisen? Politologe: Weit verbreitete Transformations-Angst fand in Dresden besonders fruchtbaren Boden Dresden, 21. Mai 2015. Die Frage schwappt immer wieder hoch, erst dieser Tage wieder wurde sie mir durch eine koreanische…






Peter Weckbrodt. Foto: hw

Kommentar: Ab nach Bulgarien – in den Tod?

Zum Bericht „Vom zerstörten Aleppo nach Dresden“ Dresden, 26. Februar 2015. Was tun mit einem Asylbewerber wie Mazlum Baker, dessen Antrag bereits in Bulgarien bestätigt wurde, der dennoch, ausgestattet mit einem bulgarischen Pass, weiter nach Deutschland, ins gelobte Land, getrampt ist? Nun sitzt der Syrer hier in Dresden, denkt mit Verzweiflung an das, was ihm bei der Rückkehr nach Bulgarien droht. Er war ja schon dort, kennt die Verhältnisse, hat dort sogar im Gefängnis gesessen. „In Bulgarien sterbe ich, da gehe ich lieber zurück ins heimatliche, kriegszerstörte Aleppo“, so sein resignierender Entschluss. Dabei hatte er sich doch eine Zukunft mit Arbeit, Wohnung, vielleicht auch mit Familie, hier in Dresden, vorgestellt. Zum Bericht „Vom zerstörten Aleppo nach Dresden“ Dresden, 26. Februar 2015. Was tun mit einem Asylbewerber wie Mazlum Baker, dessen Antrag bereits in Bulgarien bestätigt wurde, der dennoch, ausgestattet mit…






Stephan Hönigschmid. Foto: privat

The Art of Failure

Lindner’s angry speech about anti founder culture (source: Die Welt) Christian Lindners (FDP) viral web speech should be an alarm call to improve our startup culture in Germany Düsseldorf/Dresden, 3. Februar 2015. The chairman of the Free Democratic Party (FDP) of Germany, Christian Lindner, recently gave a speech about entrepreneurship everybody is talking about now. In the state parliament of North Rhine-Westphalia, he was attacked by a social democrat for the failure of his startup business around the year 2000. Lindner's angry speech about anti founder culture (source: Die Welt) Christian Lindners (FDP) viral web speech should be an alarm call to improve our startup culture in Germany Düsseldorf/Dresden, 3….






Foto: Peter Weckbrodt

Kommentar: Richtige Antwort auf Pegida – aber etwas spät

Pegida spricht nicht für Mehrheit der Dresdner Wenn 35.000 Menschen für Weltoffenheit und Empathie für Flüchtlinge im Dresdner Stadtzentrum demonstrieren, ist das zuallererst ein richtiges und wichtiges Signal. Denn das zeigt, was jedem klar sein musste, der nicht gleich jede Statistik reflexartig als „Fälschung“ abtut: Die Pegidisten mögen eine nicht vernachlässigbare Minderheit in Dresden sein, aber eben eine Minderheit. Die Mehrheit der Dresdner findet es nicht gut, Asylsuchende unter Generalverdacht zu stellen, ihnen Angst zu machen, indem man montagabends schweigend durch die Straßen zieht – und dabei Seit an Seit mit Ultrarechten läuft und Pegida-Anführern beklatscht, deren menschenverachtende Geisteshaltung gestern wieder einem aufschlussreichen „Spiegel“-Bericht zu entnehmen war. Pegida spricht nicht für Mehrheit der Dresdner Wenn 35.000 Menschen für Weltoffenheit und Empathie für Flüchtlinge im Dresdner Stadtzentrum demonstrieren, ist das zuallererst ein richtiges und wichtiges Signal. Denn das…






Foto: hw

Der Oiger wünscht keine besinnliche Weihnacht

Dresden, den 24. Dezember 2014: Nein, ich werde an dieser Stelle keine besinnliches Fest wünschen – und Ihr werdet es mir danken. Warum? Weihnachten ist für mich untrennbar mit gereizter Atmosphäre verbunden: Last-Minute-Staubsaug-Exzesse, gegenseitige „Du solltest doch den Müll runterbringen“-Schuldzuweisungen und Nervenzusammenbrüche. Der Mechanismus dahinter ist wohlbekannt: Die Familien sind derart zielfixiert auf ein harmonisches Fest, dass diese Entspannungs-Anspannung den Nerven den letzten Rest gibt. Dresden, den 24. Dezember 2014: Nein, ich werde an dieser Stelle keine besinnliches Fest wünschen – und Ihr werdet es mir danken. Warum? Weihnachten ist für mich untrennbar mit gereizter…






Oft herbeigewünscht, aber in seinen Effekten umstritten: Ein "Gefällt mir nicht"-Knopf ("Dislike") für Beiträge auf Facebook. Abb.: Facebook (bearbeitet: hw)

Warum ein „Gefällt mir nicht“-Knopf das Aus für Facebook wäre

Internet, 15. Dezember 2014. Anhand der Überschrift und der Jahreszeit könnte man jetzt denken: „Oh Mann, das Wetter hat den Autor depressiv gemacht.” Doch dem ist nicht so. Die Diskussion über einen „Dislike“-Button in Facebook-Beiträgen verfolge ich schon seit einer Weile, aber eben nur nebenbei. Für mich war dieser (bisher nichtexistente) Knopf bisher kein Thema und ich kann Mark Zuckerberg verstehen, wenn er sich dagegen wehrt. Doch in den letzten Wochen scheint das Thema aktueller zu werden, weswegen ich jetzt über meine Erfahrungen mit einem „Gefällt mir nicht“-Wertung sprechen möchte. Und die sagen: Ein Dislike-Button wäre das Aus für Facebook, wie wir es kennen. Internet, 15. Dezember 2014. Anhand der Überschrift und der Jahreszeit könnte man jetzt denken: „Oh Mann, das Wetter hat den Autor depressiv gemacht.” Doch dem ist nicht so. Die Diskussion…






Was ist eigentlich das Abendland?

Wie ein vage beschriftetes Gefäß, in das jeder etwas anderes hineingießt Dresden, 8. Dezember 2014. Mit Blick auf die aktuelle Debatte um die „Pegida“-Demonstrationen („Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes“) in Dresden, die sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen insbesondere aus islamischen Ländern richten, wollen wir hier eine Erklärung versuchen, was eigentlich unter dem „Abendland“ verstanden werden kann. Und das ist schwierig: Es gibt keine allgemein anerkannte Definition, vielmehr kann man „das Abendland“ mit einem verschwommen beschrifteten Gefäß vergleichen, in das jeder eine andere Deutung hineingießt. Meist wird es heute als Wertegemeinschaft Europas (meist unter Ausklammerung Ost- und Südosteuropas) und Nordamerikas gedeutet. Verwendet wurde das Wort laut “Kluges Etymologischem Wörterbuch” etwa ab dem 16. Jahrhundert im Sinne von “Westen”, ab dem 18. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum dann in seiner eher ideologischen Bedeutung. Wie ein vage beschriftetes Gefäß, in das jeder etwas anderes hineingießt Dresden, 8. Dezember 2014. Mit Blick auf die aktuelle Debatte um die „Pegida“-Demonstrationen („Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des…






Logo: Steam

Warum „Steam“-geschützte Spiele so nerven

Ein Kommentar zu Update-Zwang und Install-Exzessen   1. Der Datenverzehrer Noch vor ein paar Jahren hätte ich sofort geantwortet: Weil ich mit meiner zwangslahmen Internet-Leitung in Striesen 0 Chance habe, hier überhaupt ein „Steam“-Spiel zu starten. Denn damals musste ich noch Mobilfunk-Datenpakete als Ersatz für nicht vorhandene DSL-Leitungen buchen. Und da sorgten all jene (meist gleich Hunderte Megabyte großen) Updates, Upgrades und Patches, die unentwegt über dieses Portal nahezu zwangsweise verteilt werden, dafür, dass meine Monats-Datenvolumina ratz-fatz verbraucht waren und der Mobilfunk höhnisch kichernd die Datendrossel kurz nach Monatsanfang zudrehte. Ein Kommentar zu Update-Zwang und Install-Exzessen   1. Der Datenverzehrer Noch vor ein paar Jahren hätte ich sofort geantwortet: Weil ich mit meiner zwangslahmen Internet-Leitung in Striesen 0 Chance habe,…






Stürzen sich penetrant auf Computerarbeiter: Fliegen! Foto: Heiko Weckbrodt

Warum Fliegen Schweine sind

Ein paar Bemerkungen zu Nervfliegen, die grundsätzlich den PC umschwärmen Da. Schon wieder. SCHON WIEDER!!! Warum eigentlich fliegen Fliegen immer ausgerechnet auf tippende Finger, wenn ich ganz schnell und konzentriert zu schreiben versuche, und platzieren ihre blöden Fliegen-Hintern immer auf total wichtige Stellen auf dem Bildschirm. Wisch. Bssssh. Wisch-wisch. Bssshh (Hähähähä). Ich werd irre. Ein paar Bemerkungen zu Nervfliegen, die grundsätzlich den PC umschwärmen Da. Schon wieder. SCHON WIEDER!!! Warum eigentlich fliegen Fliegen immer ausgerechnet auf tippende Finger, wenn ich ganz schnell und konzentriert…






Foto: Ronny Siegel

Kommentar: DE-Mail ist eine Totgeburt

Ich halte die DE-Mail für eine Totgeburt und bin daher recht skeptisch, ob dem Pilotprojekt „DE-Mail-City“ allzu viel Erfolg beschieden sein wird. Warum? Das Modell „DE-Mail“ ist zu umständlich und außerdem nicht ohne Wenn und Aber kostenlos. Wer bitte wird soll bereit sein, die Mühen einer DE-Mail-Registrierung auf sich zu nehmen, sich ein eAusweis-Lesegerät zulegen, um dann darauf zu warten, dass er oder sie irgendwann für jede einzelne E-Mail, die er mit diesem System verschickt, etwas kosten wird? Ein paar Nerds sicher und vermutlich auch Unternehmen. Die breite Masse? Wohl eher nicht. Ich halte die DE-Mail für eine Totgeburt und bin daher recht skeptisch, ob dem Pilotprojekt „DE-Mail-City“ allzu viel Erfolg beschieden sein wird. Warum? Das Modell „DE-Mail“ ist zu umständlich und…






4K-Digitalprojektor von Sony. Foto. Sony

Zwei Elektronik-Profs, zwei Helfer und ein widerspenstiger Beamer

Am Rande beobachtet Dresden, 25. Juni 2014: „Alles grün … RGB-Signal …neuer Beamer…“ Eigentlich hatte die TU Dresden mit ihrer Exzellenzinitiative und ihrem neuen Elektronikzentrum glänzen wollen, extra zur Bilanz-Pressekonferenz hatte das Rektorat heute nicht nur Lokalreporter, sondern auch Journalisten aus dem Ausland eingeladen, um sich der Welt von der besten Seite zu zeigen. Unfreiwillig geriet die PowerPoint-Präsentation indes zur Demonstration, wie weit die Lücke zwischen akademischer Forschung und technischer Praxis aufklaffen kann. Am Rande beobachtet Dresden, 25. Juni 2014: „Alles grün … RGB-Signal …neuer Beamer…“ Eigentlich hatte die TU Dresden mit ihrer Exzellenzinitiative und ihrem neuen Elektronikzentrum glänzen wollen, extra zur Bilanz-Pressekonferenz…






Oiger

Sticht der Experte den Prinzen?

Kommentar zum neuen sächsischen Chip-Botschafter in den USA Dresden, 29. Mai 2014: Physische Präsenz und persönliche Überredungskunst können für manche Weichenstellungen in der Elektronikbranche entscheidend sein, dass hatten in den 1990er Jahren die dicken Fische gezeigt, die das Anglerteam Biedenkopf-Schommer für den auf der Kippe stehenden Mikroelektronik-Standort Dresden an Land zogen, wenn man etwa an AMD und Siemens denkt. Daher ist ein ständiger Chip-Botschafter Dresdens am wachsenden Nanoelektronik-Campus Albany bei New York sicher nicht die schlechteste Idee, um den Amerikanern vor Augen zu halten: Ach ja, da gibt es noch diese oder jene Firma oder Institut in Sachsen, die zum Beispiel in der Chipwerk-Automatisierung, der Wafer-Genese oder dergleichen wirklich etwas drauf haben, und die es lohnt, in die Projekte um die neuen 450-Millimeter-Scheiben einzubeziehen. Kommentar zum neuen sächsischen Chip-Botschafter in den USA Dresden, 29. Mai 2014: Physische Präsenz und persönliche Überredungskunst können für manche Weichenstellungen in der Elektronikbranche entscheidend sein, dass hatten in den…






Unser Autor Peter Weckbrodt - er nutzt z. B. auch Skype, um mit seinen Enklen zu videotelefonieren. Foto: Heiko Weckbrodt

„Neumodischer Kram“ aus Sicht eines Seniors

Computer und eReader nützlich – Smartphone: na ja Dresden, 27. April 2014: Für einen Senior wie mich ist der Umgang mit dem „neumodischen Kram“, beispielsweise Computer, Handy, E-Reader und Smartphone, für den täglichen Umgang nicht unbedingt erste Wahl. In der Werteskala ganz oben findet sich auch bei mir vielmehr Alles, was mit Gesundheit, Mobilität und geistiger Frische in einem direkten Zusammenhang steht. Allerdings benutze ich speziell den Computer schon seit Jahren mit ziemlicher Selbstverständlichkeit. Ich kenne nicht alle seine Geheimnisse, komme aber doch so gut damit zurecht, dass der Begriff „unentbehrlich“ inzwischen nicht zu weit hergeholt ist. Computer und eReader nützlich – Smartphone: na ja Dresden, 27. April 2014: Für einen Senior wie mich ist der Umgang mit dem „neumodischen Kram“, beispielsweise Computer, Handy, E-Reader und Smartphone,…






eBook-Freunde lesen digitale Bücher bevorzugt auf dem Computertelefon. Foto: Heiko Weckbrodt

Kommentar: Nicht ohne mein eBuch…

Zur Leipziger Buchmesse: 10 Gründe für und wider eBooks Dresden, 15, März 2014: Ich bin mit Büchern und Zeitungen aus Papier groß geworden, arbeite als Tageszeitungs-Journalist in einer papierlastigen Branche, lese in meiner Freizeit gern, oft und viel. Und doch ziehe ich – wenn ich die Wahl habe – seit Jahren das eBuch dem Papierbuch vor, das „ePaper“ der gedruckten Zeitung. Anlässlich der Leipziger Buchmesse 2014 hier ein paar Gedanken, was für und was gegen das eBuch spricht: Zur Leipziger Buchmesse: 10 Gründe für und wider eBooks Dresden, 15, März 2014: Ich bin mit Büchern und Zeitungen aus Papier groß geworden, arbeite als Tageszeitungs-Journalist in einer papierlastigen Branche,…






Foto: Ronny Siegel

Wer Griechenland hinterherhinkt, sollte nicht lästern

Kommentar zu Sachsens Standortvergleich Dresden, 2. März 2014: Wer demnächst an Sachsens Stammtischen wieder mal versucht sein sollte, über die faulen, rettungsschirm-gierigen Griechen zu schimpfen, sollte sich den innereuropäischen Vergleich vor Augen halten: Solange Sachsen von Soli-Geld aus dem Westen abhängig ist und auf weniger Wirtschaftsleistung pro Kopf kommt als die südeuropäischen Krisenländer, gibt es hier mehr Grund zu klotzen statt zu lästern. Kommentar zu Sachsens Standortvergleich Dresden, 2. März 2014: Wer demnächst an Sachsens Stammtischen wieder mal versucht sein sollte, über die faulen, rettungsschirm-gierigen Griechen zu schimpfen, sollte sich den innereuropäischen Vergleich…