Alle Artikel mit dem Schlagwort: Rezension

Unser Held fühlt sich zum Robin Hood berufen und sprengt die goldgefüllten Tresore des betrügerischen Wildwest-Kapitalisten Grimshaw. Abb.: Rogue Rocket Games

Gunpowder: Explosive Physikrätsel fürs iPad

Pulverspuren legen und Tresore knacken: Spiele-App für destruktive Momente im Leben Mal ehrlich: Spüren wir nicht alle ab und zu destruktive Impulse in uns? So von wegen: Ich würd die ganze Bude jetzt am liebsten in die Luft sprengen? Im zivilen Leben verkneift man sich diese Triebe klugerweise – und unsere Mitmenschen danken es uns. Aber auf dem iPad braucht man solche Rücksichten nicht zu nehmen. Und wer es da mal so richtig krachen lassen will, sollte mal ein geneigtes Auge (oder zwei) auf das neue Actionrätsel-Spiel „Gunpowder“ von „Rogue Rocket“ werfen. Das wurde heute im Apple-Appstore freigeschaltet und weckt den Sprengmeister in uns. Pulverspuren legen und Tresore knacken: Spiele-App für destruktive Momente im Leben Mal ehrlich: Spüren wir nicht alle ab und zu destruktive Impulse in uns? So von wegen: Ich würd die…

Teddy Roosevelt persönlich führt in "War of the Worlds: Goliath" den letzten Anwehrschlag gegen die Invasoren vom Mars... naja. Abb.: Eurovideo

War of the Worlds – Goliath: Die 2. Invasion vom Mars

Sci-Fi-Animationsfilm im Steampunk-Stil begeistert sich am Hightech-Krieg Als Herbert George Wells 1898 seine Dystopie „Krieg der Welten“ veröffentlichte, hielt der englische Schriftsteller der damaligen Weltmacht Großbritannien damit einen kritischen Spiegel vor: Der Angriff der technologisch weit überlegenen Mars-Tripods mit dem Ziel, die Menschen auf der Erde zu vernichten oder zu versklaven war als Perspektivwechsel für die Engländer gedacht, deren Empire seinerzeit ganze Völker rund um den Erdball unter die koloniale Knute zwang. Wells’ Buch wurde rasch zum Klassiker, begründete die Science-Fiction-Literatur als Genre mit, löste als Horspieladaption 1938 in den USA eine Panik aus und wurde seitdem immer wieder verfilmt. Eine ganz eigene Adaption hat nun Regisseur Joe Pearson fürs Heimkino vorgelegt: In seinem Animationsfilm „War of the Worlds: Goliath“ spinnt er Wells’ Klassiker als Parallelhistorie bis zum I. Weltkrieg weiter. Sci-Fi-Animationsfilm im Steampunk-Stil begeistert sich am Hightech-Krieg Als Herbert George Wells 1898 seine Dystopie „Krieg der Welten“ veröffentlichte, hielt der englische Schriftsteller der damaligen Weltmacht Großbritannien damit einen kritischen Spiegel…

Ein Wasserturm in einem Stockholmer Vorstadt-Ghettor ist "Der Turm der toten Seelen", wo alles anfängt und alles endet. Foto: PW, Montage: hw

Schwedenkrimi „Der Turm der toten Seelen“: Schuld hat hier jeder

Nachwuchsautor Christoffer Carlsson fasziniert mit einem tragischen Puzzlespiel aus Stockholms Vorstadt-Ghettos In drei Ebenen erzählt Schwedens neuer Krimi-Star Christoffer Carlsson in seinem neuen Buch „Der Turm der verlorenen Seelen“, warum eine Hure in einem Stockholmer Asyl sterben musste. Dramaturgisch raffiniert legt er Schale für Schale das Motiv hinter dem scheinbar sinnlosen Mord frei – und offenbart eine aus vielen Hundert Gliedern geschmiedete Kette aus Schuld, Fehlentscheidungen und Rache. Nachwuchsautor Christoffer Carlsson fasziniert mit einem tragischen Puzzlespiel aus Stockholms Vorstadt-Ghettos In drei Ebenen erzählt Schwedens neuer Krimi-Star Christoffer Carlsson in seinem neuen Buch „Der Turm der verlorenen Seelen“, warum…

Zu Ende ist alles erst am Schluss: Madeleine (Annie Cordy) will nicht ins Heim - nur ihr Enkel Romain (Mathieu Spinosi) nimmt sie ernst. Foto: Neue Visionen

„Zu Ende ist alles erst am Schluss“: Wenn Oma nicht ins Heim will

Französische Generationen-Kinokomödie über die Suche nach Glück Nicht erst seit Erfolgsstreifen wie „Ziemlich beste Freude“ oder „Willkommen bei den Schtis“ gelten Komödien aus Frankreich als Granat für kurzweilige Unterhaltung – mit großer Zugkraft auch beim deutschen Publikum. Das jüngste Werk aus den Lustspielschmieden jenseits des Rheins ist heute in den hiesigen Programmkinos angelaufen. In „Zu Ende ist alles erst am Schluss“ tun sich Oma und Enkel zusammen, um den lieblosen Papa und Sohn auszumanövrieren und der Großmutter ein Restleben im Heim zu ersparen. Regisseur Jean-Pauls Rouve reflektiert dabei heiter bis tragisch den Umgang der Generationen miteinander. Französische Generationen-Kinokomödie über die Suche nach Glück Nicht erst seit Erfolgsstreifen wie „Ziemlich beste Freude“ oder „Willkommen bei den Schtis“ gelten Komödien aus Frankreich als Granat für kurzweilige Unterhaltung –…

Wenig pflichtbewusst: Unter den"Elite"-Soldaten bricht bald ein Kameradenkampf um die wenigen Sitze im Rückkehr-Shuttle aus. Abb.: Polyband

„Halo Nightfall“ auf DVD: „Ab jetzt sind wir 100 % analog“

Ohne Flinten gegen Killerwürmer: Sci-Fi-Actionfilm basiert auf „Halo“-Spielen Viele Jahre nach der Zerstörung des „Halo“-Rings im All landet ein Geheimdienst-Kommando von der Erde auf dem Provinzplaneten „Sedra“, um dort Terroranschläge Außerirdischer zu untersuchen. Bald schon erkennt das hightecky bewaffnete Team um Kommandant Locke, dass da eine feindliche Alien-Spezies versucht, von den Fragmenten der explodierten Ringwelt ein gefährliches Isotop zu schürfen, dessen Strahlung ausschließlich menschliche DNA schädigt. Zusammen mit dem Ex-Spartaner Randall Aike brechen sie zum Halo-Fragment auf, um dies zu unterbinden. Dummerweise gibt es dort Kampfwürmer, die auf Technologie anspringen, woraufhin der Trupp gezwungen ist, all seine schönen futuristischen Wummen und Kampfanzüge zu deaktivieren. „Ab jetzt sind wir 100 % analog“, jammert da der Kommandant – ein Schreckensszenario, dass alle Zuschauer der „Generation Internet“ nur zu gut nachvollziehen können… Das Ganze nennt sich „Halo Nightfall“ und ist ein von Ridley Scott („Blade Runner“, „Prometheus“) produzierter Sci-Fi-Actionfilm, der auf der „Halo“-Videospielserie beruht. Ohne Flinten gegen Killerwürmer: Sci-Fi-Actionfilm basiert auf „Halo“-Spielen Viele Jahre nach der Zerstörung des „Halo“-Rings im All landet ein Geheimdienst-Kommando von der Erde auf …

Nick Cave, der Poet, der Musiker, der große Selbstinszenator, an der Schreibmaschine. Foto: REM

„20.000 Days on Earth“: Ambitionierte Collage über Rockpoeten Nick Cave

Ein alter Analogwecker schellt, eine mechanische Schreibmaschine tackert, ein Anrufbeantworter spult seinen Spruch von einer ollen Tonbandkassette runter: Nick Cave gibt sich daheim herrlich analog-altmodisch, das muss man dem australischen Ausnahme-Musiker einfach lassen. Was könnte aber auch besser zu dieser melodiösen, expressiven, wunderbar artikulierenden Stimme passen, die zusammen mit Kylie Minogue über die wilde Rose schmachtete, die mit Blixa Bargeld (“Einstürzende Neubauten”) die bösen Saaten blühen ließ und die Ermordung des Jesse James besang? In der Dokumentation „20.000 Days on Earth“, die nun auf DVD erschienen ist, tauchen die Performance-Künstler Iain Forsyth und Jane Pollard auf ganz eigene Weise in das Leben dieses Rockpoeten ein. Ein alter Analogwecker schellt, eine mechanische Schreibmaschine tackert, ein Anrufbeantworter spult seinen Spruch von einer ollen Tonbandkassette runter: Nick Cave gibt sich daheim herrlich analog-altmodisch, das muss man dem australischen…

Was hilft gegen Zombies? Klar: Ein Sniper-Gewehr. Abb.: Rebellion

„Zombie Army Trilogy“: Untote! Nazis!

3D-Shooter mit simplem Konzept: Ballern, bis das Magazin leer ist Man hat einfach keine Ruhe vor den Kack-Nazis: Kaum denkt man, sie sind niedergerungen, da ruft Adolf den „Plan Z“ aus und die Gefallenen erheben sich als Zombies aus ihren Gräbern und wollen uns stöhnend und röchelnd an die Wäsche. Da helfen nur ein paar wohlgewählte Knarren, eine ruhige Hand am Abzug – und viel „Munni“. Dieser politisch wenig korrekte und auch eher simpel gestrickte Plot liegt dem 3D-Shooter „Zombie Army Trilogy“ zugrunde, der jetzt als Komplettpaket für den PC, die Xbox One und die Playstation 4 erschienen ist. Letztlich handelt es sich dabei um eine Zusammenfassung von drei Zusatzpaketen für das Taktikspiel „Sniper Elite“, die es bisher einzeln zum Download gab. 3D-Shooter mit simplem Konzept: Ballern, bis das Magazin leer ist Man hat einfach keine Ruhe vor den Kack-Nazis: Kaum denkt man, sie sind niedergerungen, da ruft Adolf den „Plan Z“…

"Frau beim Verkauf von Streichhölzern", 1931, Repro (hw) aus Austellungskatalog

Fotos als Propaganda-Waffe

Ausstellung „Das Auge des Arbeiters“ im Stadtmuseum Dresden zeigt Arbeiterfotografien aus der Weimarer Republik Dresden, 20. März 2015: Als Kameras nach dem I. Weltkrieg für Arbeiter in erschwingliche Preiskategorien gerieten, wurden sie rasch vor allem eines: eine propagandistische Waffe im Kampf gegen rechte und linke Gegner in der Weimarischen Republik. „Vor dem Weltkrieg konnte sich kein Arbeiter eine Kamera leisten, da war Fotografie ein durch und durch bürgerliches Medium“, schätzt Kurator Wolfgang Hesse ein, der jetzt eine Ausstellung „Das Auge des Arbeiters“ über das Thema im Stadtmuseum Dresden organisiert hat. Als sich die Arbeiter diese Kunstform eroberten, habe zunächst noch die Milieu-Fotografie dominiert, die darstellende Ablichtung der proletarischen Lebenswirklichkeit. Doch das habe sich bald gewandelt: „Die Fotografien sollten propagandistisch wirken.“ Ausstellung „Das Auge des Arbeiters“ im Stadtmuseum Dresden zeigt Arbeiterfotografien aus der Weimarer Republik Dresden, 20. März 2015: Als Kameras nach dem I. Weltkrieg für Arbeiter in erschwingliche Preiskategorien gerieten,…

Der Bahnsteig A des Bahnhofs Friedrichstraße war ab dem Mauerbau für DDR-Bürger tabu. Foto: Lisa Lorenz, Michaela Caspar, aus: "Bahnhof der Tränen", Repro: hw

„Bahnhof der Tränen“: kafkaeskes Labyrinth im Herzen Berlins

Der Historiker Philipp Springer hat das Grenzregime und Leid am Bahnhof Friedrichstraße in einem reich illustrierten Sachbuch aufgearbeitet Er war fast drei Jahrzehnte lang der bizarrste, der traurigste Bahnhof Europas: Zwischen Mauerbau 1961 und Mauerfall 1989 ließen Reichsbahn, Stasi und Grenztruppen den S-und Fernbahnhof Friedrichstraße immer und immer wieder um, verwandelten ihn absichtlich in ein kafkaeskes Labyrinth, das kurze Verkehrswege nicht etwa fördern, sondern behindern sollte. Der Historiker Dr. Philipp Springer hat die verwundene Geschichte dieses Grenzbahnhofs an der Nahtstelle zwischen Ost und West recherchiert und in dem reich bebilderten und bemerkenswerten Band „Bahnhof der Tränen“ veröffentlicht. Der Historiker Philipp Springer hat das Grenzregime und Leid am Bahnhof Friedrichstraße in einem reich illustrierten Sachbuch aufgearbeitet Er war fast drei Jahrzehnte lang der bizarrste, der traurigste Bahnhof Europas:…

Die 21-jährige Larisa ist mit ihrer Familie aus Tschetschenien nach Deutschland geflohen. Als die Mutter zusammenbricht, muss die große Schwester plötzlich an Mutters Statt für die ganze Familie sorgen. Foto: Foto: Torsten Reimers, Pier53

„Willkommen in Deutschland“ – und die deutsche Asyldebatte

Facettenreicher Dokfilm über unseren Umgang mit Flüchtlingen Das niedersächsische Dorf Appel hat etwas über 400 Einwohner. Die Vorgärten sind gepflegt, die Autos geputzt, man hält auf Ordnung. Bis, ja bis der Landrat dem Gemeinderat ankündigt, demnächst 53 Asylbewerber vorbeizuschicken. Die Appelaner fürchten sich vor den angekündigten „Negern“, stellen Schilder vor dem geplanten Heim auf: „53 Asylanten sind zuviel für Appel“. Mit anwaltlicher Hilfe schaffen es Bürgermeister und Bürgerinitiative tatsächlich, das Flüchtlingsheim zu verhindern. Der Dorfwirt vermietet statt dessen seine Hotelzimmer für elf Asylbewerber an den Landrat, der schließlich widerwillig in den sauren Apfel beißt. Erzählt wird diese Geschichte, die stellvertretend für die aktuellen Asyl-Debatten in so vielen deutschen Gemeinden angesichts der neuen Flüchtlingsströme steht, in „Willkommen auf Deutsch“ von Carsten Rau und Hauke Wendler. Angelaufen ist dieser teilweise per „Crowd Funding“ (Internetschwarm-Finanzierung) kofinanzierte Dokumentarfilm nun in den deutschen Kinos. Facettenreicher Dokfilm über unseren Umgang mit Flüchtlingen Das niedersächsische Dorf Appel hat etwas über 400 Einwohner. Die Vorgärten sind gepflegt, die Autos geputzt, man hält auf Ordnung. Bis, ja bis…