Alle Artikel mit dem Schlagwort: Rezension

Grafix (Helix): Ude, Wikipedia, Montage: h, gemeinfrei

Extinction: Globales Ränkespiel nach Evolutionssprung

Kazuaki Takano haut in seinem Thriller kaum verkappt auf die Folter-Regierung Bush drauf Den Weltuntergang zeichnen Romanautoren gern in den brennendsten Farben: als Atomkrieg, Meteoriten-Einschlag, Pandemie oder Umweltkatastrophe. In „Extinction“ spielt der Japaner Kazuaki Takano ein sonst eher selten diskutiertes Szenario durch: Was passiert, wenn die Evolution einen Sprung macht und ein Wesen geboren wird, das in seiner Intelligenz und seinen Fähigkeiten normalen Menschen weit voraus ist? Das potenziell im Stande wäre, die menschliche Spezies auszurotten? Zumindest US-Präsident Burns reagiert in Takanos Thriller ziemlich allergisch: Er schickt ein Söldner-Kommando um den erfahrenen Veteranen Jonathan Yeager los, um diesen Übermenschen im afrikanischen Busch auszulöschen – samt der ganzen Sippschaft. Doch Burns ist offensichtlich nicht der einzige, der in diesem globalen Schachspiel seine Figuren zieht. Denn zeitgleich bekommt im fernen Japan der Nachwuchsforscher Kento Kago den Auftrag, ein Heilmittel für eine extrem seltene Krankheit zu entwickeln. Dieses Forschungsprojekt hat, wie Kento schließlich erkennt, über drei Ecken mit jenem Überwesen in Afrika zu tun. Und wie es scheint, zieht da eine weitere unbekannte Instanz im Hintergrund ihre Strippen… …

Deutsche Soldaten ergeben sich den Engländern - ein zeitgenössisches Stereofoto. Abb.: Neue Visionen

Der 1. Weltkrieg in 3D: Stereopuzzle aus der Hölle

3D-Bluray zeigt plastisch den Marsch in die Katastrophe 3D gilt vielen als neumodische Erfindung von blauen Kino-Wesen vom Planeten Pandora. Doch tatsächlich wurde die Kunst der Stereobilder schon vor über 150 Jahren erfunden. Und so entstand auch im technik- und kriegsbegeisterten Europa des frühen 20. Jahrhunderts eine große Zahl stereoskopischer Aufnahmen, die im Nachhinein oft von Hand nachcoloriert wurden – und heute Zeitzeugnisse von einzigartiger Dichte und Nähe für uns sind. Eine Auswahl solcher Stereofotos aus den Jahren 1914 bis 1918 hat Regisseur Nikolai Vialkowitsch nun in einem berührenden Dokumentarfilm verarbeitet: Die nun veröffentlichte 3D-Bluray „Im Krieg – Der 1. Weltkrieg in 3D“ komponiert die restaurierten Stereofotos, spätere 3D-Videos von den Kriegsschauplätzen, zeitgenössische 2D-Filmschnipsel, Auszüge aus damaligen Frontbriefen und Tagebüchern und symphonische Musik zu einem einzigartigen visuellen und akustischen Erlebnis. 3D-Bluray zeigt plastisch den Marsch in die Katastrophe 3D gilt vielen als neumodische Erfindung von blauen Kino-Wesen vom Planeten Pandora. Doch tatsächlich wurde die Kunst der Stereobilder schon vor über…

Mira Forrester (links) versucht in Königsmund, Königin Margaery (r., Natalie Dormer) auf die Seite ihrer Familie zu ziehen. Abb.: BSF

Game of Thrones: Rettet das Haus Forrester!

In der Videospiel-Adpation von Telltale lenken wir die Geschicke eines kleinen Fürstenhauses im Norden von Westeros Westeros. In einer reichlichen Woche startet im US-Fernsehen die fünfte Staffel von Games of Thrones. Wer die Zeit bis dahin partout nicht aushält, kann sich derweil an einer spielerischen Umsetzung der Intrigen von Westeros ergötzen: Die „Telltale Studios“ haben ein Adventure, oder besser gesagt: einen interaktiven Comic zur Serie und zur Fantasie-Romanserie „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R. R. Martin geschaffen. Inzwischen sind drei der sechs geplanten Spieleteile von „Game of Thrones“ als Episoden-Downloads erschienen. Darin steuern wir die Geschicke einer kleinen Adelsfamilie des Nordens, die in der TV-Version und in den Büchern nur am Rande erwähnt wird: die Forresters. In der Videospiel-Adpation von Telltale lenken wir die Geschicke eines kleinen Fürstenhauses im Norden von Westeros Westeros. In einer reichlichen Woche startet im US-Fernsehen die fünfte Staffel von Games of…

Unser Held fühlt sich zum Robin Hood berufen und sprengt die goldgefüllten Tresore des betrügerischen Wildwest-Kapitalisten Grimshaw. Abb.: Rogue Rocket Games

Gunpowder: Explosive Physikrätsel fürs iPad

Pulverspuren legen und Tresore knacken: Spiele-App für destruktive Momente im Leben Mal ehrlich: Spüren wir nicht alle ab und zu destruktive Impulse in uns? So von wegen: Ich würd die ganze Bude jetzt am liebsten in die Luft sprengen? Im zivilen Leben verkneift man sich diese Triebe klugerweise – und unsere Mitmenschen danken es uns. Aber auf dem iPad braucht man solche Rücksichten nicht zu nehmen. Und wer es da mal so richtig krachen lassen will, sollte mal ein geneigtes Auge (oder zwei) auf das neue Actionrätsel-Spiel „Gunpowder“ von „Rogue Rocket“ werfen. Das wurde heute im Apple-Appstore freigeschaltet und weckt den Sprengmeister in uns. Pulverspuren legen und Tresore knacken: Spiele-App für destruktive Momente im Leben Mal ehrlich: Spüren wir nicht alle ab und zu destruktive Impulse in uns? So von wegen: Ich würd die…

Teddy Roosevelt persönlich führt in "War of the Worlds: Goliath" den letzten Anwehrschlag gegen die Invasoren vom Mars... naja. Abb.: Eurovideo

War of the Worlds – Goliath: Die 2. Invasion vom Mars

Sci-Fi-Animationsfilm im Steampunk-Stil begeistert sich am Hightech-Krieg Als Herbert George Wells 1898 seine Dystopie „Krieg der Welten“ veröffentlichte, hielt der englische Schriftsteller der damaligen Weltmacht Großbritannien damit einen kritischen Spiegel vor: Der Angriff der technologisch weit überlegenen Mars-Tripods mit dem Ziel, die Menschen auf der Erde zu vernichten oder zu versklaven war als Perspektivwechsel für die Engländer gedacht, deren Empire seinerzeit ganze Völker rund um den Erdball unter die koloniale Knute zwang. Wells’ Buch wurde rasch zum Klassiker, begründete die Science-Fiction-Literatur als Genre mit, löste als Horspieladaption 1938 in den USA eine Panik aus und wurde seitdem immer wieder verfilmt. Eine ganz eigene Adaption hat nun Regisseur Joe Pearson fürs Heimkino vorgelegt: In seinem Animationsfilm „War of the Worlds: Goliath“ spinnt er Wells’ Klassiker als Parallelhistorie bis zum I. Weltkrieg weiter. Sci-Fi-Animationsfilm im Steampunk-Stil begeistert sich am Hightech-Krieg Als Herbert George Wells 1898 seine Dystopie „Krieg der Welten“ veröffentlichte, hielt der englische Schriftsteller der damaligen Weltmacht Großbritannien damit einen kritischen Spiegel…

Ein Wasserturm in einem Stockholmer Vorstadt-Ghettor ist "Der Turm der toten Seelen", wo alles anfängt und alles endet. Foto: PW, Montage: hw

Schwedenkrimi „Der Turm der toten Seelen“: Schuld hat hier jeder

Nachwuchsautor Christoffer Carlsson fasziniert mit einem tragischen Puzzlespiel aus Stockholms Vorstadt-Ghettos In drei Ebenen erzählt Schwedens neuer Krimi-Star Christoffer Carlsson in seinem neuen Buch „Der Turm der verlorenen Seelen“, warum eine Hure in einem Stockholmer Asyl sterben musste. Dramaturgisch raffiniert legt er Schale für Schale das Motiv hinter dem scheinbar sinnlosen Mord frei – und offenbart eine aus vielen Hundert Gliedern geschmiedete Kette aus Schuld, Fehlentscheidungen und Rache. Nachwuchsautor Christoffer Carlsson fasziniert mit einem tragischen Puzzlespiel aus Stockholms Vorstadt-Ghettos In drei Ebenen erzählt Schwedens neuer Krimi-Star Christoffer Carlsson in seinem neuen Buch „Der Turm der verlorenen Seelen“, warum…

Zu Ende ist alles erst am Schluss: Madeleine (Annie Cordy) will nicht ins Heim - nur ihr Enkel Romain (Mathieu Spinosi) nimmt sie ernst. Foto: Neue Visionen

„Zu Ende ist alles erst am Schluss“: Wenn Oma nicht ins Heim will

Französische Generationen-Kinokomödie über die Suche nach Glück Nicht erst seit Erfolgsstreifen wie „Ziemlich beste Freude“ oder „Willkommen bei den Schtis“ gelten Komödien aus Frankreich als Granat für kurzweilige Unterhaltung – mit großer Zugkraft auch beim deutschen Publikum. Das jüngste Werk aus den Lustspielschmieden jenseits des Rheins ist heute in den hiesigen Programmkinos angelaufen. In „Zu Ende ist alles erst am Schluss“ tun sich Oma und Enkel zusammen, um den lieblosen Papa und Sohn auszumanövrieren und der Großmutter ein Restleben im Heim zu ersparen. Regisseur Jean-Pauls Rouve reflektiert dabei heiter bis tragisch den Umgang der Generationen miteinander. Französische Generationen-Kinokomödie über die Suche nach Glück Nicht erst seit Erfolgsstreifen wie „Ziemlich beste Freude“ oder „Willkommen bei den Schtis“ gelten Komödien aus Frankreich als Granat für kurzweilige Unterhaltung –…

Wenig pflichtbewusst: Unter den"Elite"-Soldaten bricht bald ein Kameradenkampf um die wenigen Sitze im Rückkehr-Shuttle aus. Abb.: Polyband

„Halo Nightfall“ auf DVD: „Ab jetzt sind wir 100 % analog“

Ohne Flinten gegen Killerwürmer: Sci-Fi-Actionfilm basiert auf „Halo“-Spielen Viele Jahre nach der Zerstörung des „Halo“-Rings im All landet ein Geheimdienst-Kommando von der Erde auf dem Provinzplaneten „Sedra“, um dort Terroranschläge Außerirdischer zu untersuchen. Bald schon erkennt das hightecky bewaffnete Team um Kommandant Locke, dass da eine feindliche Alien-Spezies versucht, von den Fragmenten der explodierten Ringwelt ein gefährliches Isotop zu schürfen, dessen Strahlung ausschließlich menschliche DNA schädigt. Zusammen mit dem Ex-Spartaner Randall Aike brechen sie zum Halo-Fragment auf, um dies zu unterbinden. Dummerweise gibt es dort Kampfwürmer, die auf Technologie anspringen, woraufhin der Trupp gezwungen ist, all seine schönen futuristischen Wummen und Kampfanzüge zu deaktivieren. „Ab jetzt sind wir 100 % analog“, jammert da der Kommandant – ein Schreckensszenario, dass alle Zuschauer der „Generation Internet“ nur zu gut nachvollziehen können… Das Ganze nennt sich „Halo Nightfall“ und ist ein von Ridley Scott („Blade Runner“, „Prometheus“) produzierter Sci-Fi-Actionfilm, der auf der „Halo“-Videospielserie beruht. Ohne Flinten gegen Killerwürmer: Sci-Fi-Actionfilm basiert auf „Halo“-Spielen Viele Jahre nach der Zerstörung des „Halo“-Rings im All landet ein Geheimdienst-Kommando von der Erde auf …

Nick Cave, der Poet, der Musiker, der große Selbstinszenator, an der Schreibmaschine. Foto: REM

„20.000 Days on Earth“: Ambitionierte Collage über Rockpoeten Nick Cave

Ein alter Analogwecker schellt, eine mechanische Schreibmaschine tackert, ein Anrufbeantworter spult seinen Spruch von einer ollen Tonbandkassette runter: Nick Cave gibt sich daheim herrlich analog-altmodisch, das muss man dem australischen Ausnahme-Musiker einfach lassen. Was könnte aber auch besser zu dieser melodiösen, expressiven, wunderbar artikulierenden Stimme passen, die zusammen mit Kylie Minogue über die wilde Rose schmachtete, die mit Blixa Bargeld (“Einstürzende Neubauten”) die bösen Saaten blühen ließ und die Ermordung des Jesse James besang? In der Dokumentation „20.000 Days on Earth“, die nun auf DVD erschienen ist, tauchen die Performance-Künstler Iain Forsyth und Jane Pollard auf ganz eigene Weise in das Leben dieses Rockpoeten ein. Ein alter Analogwecker schellt, eine mechanische Schreibmaschine tackert, ein Anrufbeantworter spult seinen Spruch von einer ollen Tonbandkassette runter: Nick Cave gibt sich daheim herrlich analog-altmodisch, das muss man dem australischen…

Was hilft gegen Zombies? Klar: Ein Sniper-Gewehr. Abb.: Rebellion

„Zombie Army Trilogy“: Untote! Nazis!

3D-Shooter mit simplem Konzept: Ballern, bis das Magazin leer ist Man hat einfach keine Ruhe vor den Kack-Nazis: Kaum denkt man, sie sind niedergerungen, da ruft Adolf den „Plan Z“ aus und die Gefallenen erheben sich als Zombies aus ihren Gräbern und wollen uns stöhnend und röchelnd an die Wäsche. Da helfen nur ein paar wohlgewählte Knarren, eine ruhige Hand am Abzug – und viel „Munni“. Dieser politisch wenig korrekte und auch eher simpel gestrickte Plot liegt dem 3D-Shooter „Zombie Army Trilogy“ zugrunde, der jetzt als Komplettpaket für den PC, die Xbox One und die Playstation 4 erschienen ist. Letztlich handelt es sich dabei um eine Zusammenfassung von drei Zusatzpaketen für das Taktikspiel „Sniper Elite“, die es bisher einzeln zum Download gab. 3D-Shooter mit simplem Konzept: Ballern, bis das Magazin leer ist Man hat einfach keine Ruhe vor den Kack-Nazis: Kaum denkt man, sie sind niedergerungen, da ruft Adolf den „Plan Z“…