Alle Artikel in: Geschichte

Wirtschaftsgeschichte & Co.

Die 2400 Jahre alte Inschrift des Königs Nektanebo I. Foto: Dr. Dietrich Raue

2400 Jahre alte Pharaonen-Inschrift im Kairoer Müll ausgegraben

Leipziger Archäologe wurde mit ägyptischen Kollegen am „Ort der Schöpfung“ fündig Kairo/Leipzig, 19. April 2015: Eine etwa 2400 Jahre alte Inschrift des ägyptischen Pharaos Nektanebo I. sowie Reste einer 3200 Jahre alten Statue von Pharao Merenptah haben der Leipziger Archäologe Dr. Dietrich Raue, Dr. Aiman Ashmawy vom Ägyptischen Antikenministerium sowie weiter Forscher und Helfer inmitten von Müll und illegale errichteten Häusern bei Kairo ausgegraben. Das teilte die Uni Leipzig mit. Der Ort ist besonders geschichtsträchtig: An dieser Stelle befand sich einst der Tempelbezirk Heliopolis, wo nach der vorhellenistischen ägyptischen Mythologie die Götter und die Schöpfung entstanden. Leipziger Archäologe wurde mit ägyptischen Kollegen am „Ort der Schöpfung“ fündig Kairo/Leipzig, 19. April 2015: Eine etwa 2400 Jahre alte Inschrift des ägyptischen Pharaos Nektanebo I. sowie Reste einer 3200…

KPD-Logo: R-41, Wikipedia, Montage: hw, CC3-Lizenz

KPD-Fischer 1923: Hängt die jüdischen Kapitalisten auf!

Historiker: Teile der KPD gingen schon früh auf Schmusekurs mit Antisemiten Dresden/Hamburg, 17. April 2015: Um nationalistische Wähler auf ihre Seite zu ziehen, haben KPD-Spitzenfunktionäre bereits 1923 völkische und antisemitische Propaganda-Töne angeschlagen – und zwar aus eigener Initiative und nicht auf Geheiß von Moskau. Darauf hat der Hamburger Historiker Olaf Kistenmacher in seinem Vortrag „Nationalismus und Antisemitismus in der KPD zur Zeit der Weimarer Republik“ gestern Abend im „AZ Conni“ in Dresden hingewiesen. Dieser zeitweise verfolgte Kuschelkurs mit nationalistischen Gruppierungen habe sich für die Kommunisten aber nicht messbar ausgezahlt. Im Gegenteil: Unterm Strich seien mehr Kommunisten später zur NSDAP gewechselt als umgekehrt. Historiker: Teile der KPD gingen schon früh auf Schmusekurs mit Antisemiten Dresden/Hamburg, 17. April 2015: Um nationalistische Wähler auf ihre Seite zu ziehen, haben KPD-Spitzenfunktionäre bereits 1923 völkische und antisemitische…

„Tageszeitung“ vom Mai 1945. Repro: SLUB Dresden

Ausstellung in SLUB Dresden thematisiert „Stunde Null“

Krieg und Frieden: 1945 im Spiegel von Dresdner Tageszeitungen Dresden, 16. April 2015: Noch am 8. Mai 11945 rief die NS-Postille „Der Freiheitskampf“ die Dresdner auf, die Waffen nicht aus der Hand zu legen – ausgeliefert wurde diese Zeitungsausgabe wegen des russischen Vormarschs dann nicht mehr. Keine drei Wochen später brachte die sowjetische Besatzungsmacht dann eine neue „Tageszeitung für die deutsche Bevölkerung“ heraus, in der nicht nur Bekanntmachungen der Roten Armee, sondern eher auch alltägliche „kleine“ Dinge berichtet wurden wie etwa, wann der Straßenbahn-Verkehr wieder startet, wie man Lebensmittel bekam. Diesen Umbruch, der später oft „Stunde Null“ genannt wurde, im Spiegel der Dresdner Tageszeitungen um 1945 herum beleuchtet ab 22. April 2015 eine neue Ausstellung der Sächsischen Landes- und Uni-Bibliothek SLUB in Dresden. Krieg und Frieden: 1945 im Spiegel von Dresdner Tageszeitungen Dresden, 16. April 2015: Noch am 8. Mai 11945 rief die NS-Postille „Der Freiheitskampf“ die Dresdner auf, die Waffen nicht aus…

Das Stadtarchiv Dresden geht ab 2016 zur elektronischen Archivierung über. Fotos (2) und Montage: Heiko Weckbrodt

Dresden startet 2016 elektronisches Archiv

Verwaltung übermittelt Akten gleich digital Dresden, 15. April 2015: Das Stadtarchiv und die Stadtverwaltung Dresden werden ab 2016 zu einer durchgängig digitalen Archivierung von Behördenakten übergehen. Das hat Stadtarchiv-Direktor Thomas Kübler auf Oiger-Anfrage mitgeteilt. „Ausnahmen wird es nur dort geben, wo die Papierform rechtlich notwendig ist“, sagte Kübler. Verwaltung übermittelt Akten gleich digital Dresden, 15. April 2015: Das Stadtarchiv und die Stadtverwaltung Dresden werden ab 2016 zu einer durchgängig digitalen Archivierung von Behördenakten übergehen. Das hat Stadtarchiv-Direktor Thomas…

Der sowjetische Diktator Joesef Stalin. Foto: ADN, Bundesarchiv, Wikipedia, cc3-Lizenz

Wurden Massenvergewaltigungen durch Rote Armee wirklich zentral angeordnet?

Nachwuchs-Historikerin: Taten wurden eher dezentral geplant – und hatten viele Ursachen Dresden/Leipzig, 19. April 2015. Die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen durch Soldaten der Roten Armee gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kann man nicht beziehungsweise nicht allein auf entsprechende Propaganda oder Aufrufe von staatlicher sowjetischer Seite zurückführen, sondern sie hatten viele Motive und „begünstigende“ Faktoren. Dabei spielten zum Beispiel Racheimpulse, die plötzliche Verfügbarkeit von großen Mengen an Alkohol für die Soldaten, kompensierte Minderwertigkeits-Komplexe, „Trophäen“-Denkmuster, Vergeltungsdenken für die kurz zuvor eingenommenen KZs eine Rolle, aber auch – so bizarr das klingen mag – das Ende des Hungers für viele sowjetische Soldaten, was wiederum zu höheren Hormonspiegeln bei vielen sorgte. Diese Befunde haben Forscher und Zeitzeugen heute bei einer Diskussionsveranstaltung im Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung (HAIT) in Dresden herausgearbeitet. Nachwuchs-Historikerin: Taten wurden eher dezentral geplant – und hatten viele Ursachen Dresden/Leipzig, 19. April 2015. Die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen durch Soldaten der Roten Armee gegen Ende des Zweiten…

Stadtarchiv-Direktor Thomas Kübler (l.) und Kulturbürgermeister Ralf Lunau sichten die eingereichten Zeitzeugen-Berichte. Foto: Heiko Weckbrodt

Feuer, Bombendonner und Angst

235 Zeitzeugen-Berichte über Zerstörung Dresdens 1945 kommen ins Stadtarchiv Dresden, 25. März 2015: Damit die Erinnerungen an die Schrecken des Krieges und die Zerstörung Dresdens nicht aus dem kollektiven Gedächtnis der Stadt verschwinden, wenn die letzten Überlebenden gestorben sind, hat das Stadtarchiv Dresden heute Berichte, Tagebücher, Fotos und andere Materialien von 235 Zeitzeugen in seinen Bestand übernommen. 235 Zeitzeugen-Berichte über Zerstörung Dresdens 1945 kommen ins Stadtarchiv Dresden, 25. März 2015: Damit die Erinnerungen an die Schrecken des Krieges und die Zerstörung Dresdens nicht aus dem kollektiven Gedächtnis…

"Frau beim Verkauf von Streichhölzern", 1931, Repro (hw) aus Austellungskatalog

Fotos als Propaganda-Waffe

Ausstellung „Das Auge des Arbeiters“ im Stadtmuseum Dresden zeigt Arbeiterfotografien aus der Weimarer Republik Dresden, 20. März 2015: Als Kameras nach dem I. Weltkrieg für Arbeiter in erschwingliche Preiskategorien gerieten, wurden sie rasch vor allem eines: eine propagandistische Waffe im Kampf gegen rechte und linke Gegner in der Weimarischen Republik. „Vor dem Weltkrieg konnte sich kein Arbeiter eine Kamera leisten, da war Fotografie ein durch und durch bürgerliches Medium“, schätzt Kurator Wolfgang Hesse ein, der jetzt eine Ausstellung „Das Auge des Arbeiters“ über das Thema im Stadtmuseum Dresden organisiert hat. Als sich die Arbeiter diese Kunstform eroberten, habe zunächst noch die Milieu-Fotografie dominiert, die darstellende Ablichtung der proletarischen Lebenswirklichkeit. Doch das habe sich bald gewandelt: „Die Fotografien sollten propagandistisch wirken.“ Ausstellung „Das Auge des Arbeiters“ im Stadtmuseum Dresden zeigt Arbeiterfotografien aus der Weimarer Republik Dresden, 20. März 2015: Als Kameras nach dem I. Weltkrieg für Arbeiter in erschwingliche Preiskategorien gerieten,…

Das ehemalige Dienstzimmer von General Böhm wurde komplett entkernt und das Hellerau-Interieur in die Gedenkstätte verlagert. Foto: Peter Weckbrodt

Stasi-Zentrale Dresden mutiert zur Wohnanlage

Schwaben bauen MfS-Komplex an Bautzner Straße um Dresden, 19. März 2015: Wo bis zum Herbst 1989 Stasioffiziere über noch erfolgreichere Lauschangriffe grübelten, wo sie sich in der noch vorhandenen Turnhalle für den Kampf mit Sinnesgenossen des Klassenfeindes fit machten, dort wird schon bald stinknormales gutbürgerliches Leben Einzug halten: Die Böblinger Ventar Immobilien AG baut große Teile der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung an der Bautzner Straße in Dresden in einen Wohnungskomplex mit einem Aufwand von 18 Millionen Euro um. Schwaben bauen MfS-Komplex an Bautzner Straße um Dresden, 19. März 2015: Wo bis zum Herbst 1989 Stasioffiziere über noch erfolgreichere Lauschangriffe grübelten, wo sie sich in der noch vorhandenen Turnhalle…

Der Bahnsteig A des Bahnhofs Friedrichstraße war ab dem Mauerbau für DDR-Bürger tabu. Foto: Lisa Lorenz, Michaela Caspar, aus: "Bahnhof der Tränen", Repro: hw

„Bahnhof der Tränen“: kafkaeskes Labyrinth im Herzen Berlins

Der Historiker Philipp Springer hat das Grenzregime und Leid am Bahnhof Friedrichstraße in einem reich illustrierten Sachbuch aufgearbeitet Er war fast drei Jahrzehnte lang der bizarrste, der traurigste Bahnhof Europas: Zwischen Mauerbau 1961 und Mauerfall 1989 ließen Reichsbahn, Stasi und Grenztruppen den S-und Fernbahnhof Friedrichstraße immer und immer wieder um, verwandelten ihn absichtlich in ein kafkaeskes Labyrinth, das kurze Verkehrswege nicht etwa fördern, sondern behindern sollte. Der Historiker Dr. Philipp Springer hat die verwundene Geschichte dieses Grenzbahnhofs an der Nahtstelle zwischen Ost und West recherchiert und in dem reich bebilderten und bemerkenswerten Band „Bahnhof der Tränen“ veröffentlicht. Der Historiker Philipp Springer hat das Grenzregime und Leid am Bahnhof Friedrichstraße in einem reich illustrierten Sachbuch aufgearbeitet Er war fast drei Jahrzehnte lang der bizarrste, der traurigste Bahnhof Europas:…

Der Zuschauer wird in "Situation Room" zum Akteuer: Staatliche Terroristenjagd als interaktives Videospieltheater in Dresden. Foto: Staatsschauspiel Dresden

Den Finger hat jeder am Abzug

„Situation Room“ in Dresden inszeniert Jagd auf bin Laden als Multiplayer-Videospieltheater – und der Zuschauer wird zum Akteur Dresden, 7. März 2015: Auf eine eher ungewöhnliche Art nähert sich ein interaktives Stück in Dresden den Themen Anti-Terror-Krieg und Menschenjagd: „Situation Rooms“ verknüpft das Regiekollektiv „Rimini Protokoll“ Elemente von Theater und Vidospiel, um das tödliche Finale der Jagd auf den Top-Terroristen Osama bin Laden aus verschiedenen Perspektiven aufzurollen. Zu erleben ist es ab Mitte März im „Militärhistorischen Museum der Bundeswehr“ in Dresden. „Situation Room“ in Dresden inszeniert Jagd auf bin Laden als Multiplayer-Videospieltheater – und der Zuschauer wird zum Akteur Dresden, 7. März 2015: Auf eine eher ungewöhnliche Art nähert sich ein…